Ihre Behandlung bei uns

Wir in unserem Darmkrebszentrum lassen Sie und Ihre Angehörigen nicht allein mit Ihrer Erkrankung. Bei Diagnostik, Therapie als auch Nachsorge stehen Ihnen sowohl das Team unserer Klinik als auch unsere externen Kooperationspartner kompetent zur Seite. In allen Phasen Ihrer Erkrankung garantieren wir Ihnen eine leitliniengerechte Behandlung, welche sich an den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen orientiert.

Diagnostik

Meist wird die Verdachtsdiagnose Darmkrebs durch Ihren Hausarzt gestellt, der Sie dann zur weiteren Diagnostik an einen Spezialisten verweist. Wir wollen Ihnen nachfolgend kurz die Methoden vorstellen, mit welchen wir aufklären, ob bei Ihnen tatsächlich eine Krebserkrankung des Darmes vorliegt und wie weit diese sich gegebenenfalls ausgebreitet hat.

Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese)

Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese)

In einem ersten Schritt erheben wir mit Ihnen in einem ausführlichen persönlichen Gespräch Ihre Krankengeschichte. Dabei gehen wir sowohl auf Ihre aktuellen Beschwerden als auf frühere Erkrankungen ein. Gemeinsam mit Ihnen erörtern wir, ob bei Ihnen Risikofaktoren für die Entstehung von Darmkrebs vorliegen. Auch fragen wir Sie danach, ob in Ihrer Familie bereits ein Fall von Darmkrebs oder eine andere Krebserkrankung aufgetreten sind. In einem solchen Fall könnte Ihr eigenes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, erhöht sein. Für die Befragung nutzen wir den Fragebogen der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zur Ermittlung des Risikos für eine erbliche Form von Darmkrebs. Sie finden diesen weiter unten auf dieser Seite zum Download.

Körperliche Untersuchung

Körperliche Untersuchung

Im Anschluss an die Erhebung Ihrer Krankengeschichte untersuchen wir Sie. Hierbei tasten wir Ihren Bauch gründlich ab und führen eventuell auch eine Ultraschalluntersuchung durch. Beim Verdacht eines Tumors im Enddarm tasten wir diesen vorsichtig mit dem Finger aus. So erhalten wir bereits einen groben Hinweis auf die Größe des Tumors und seine Ausdehnung. Diese Untersuchung ist normalerweise nicht schmerzhaft, könnte von Ihnen jedoch als etwas unangenehm empfunden werden. Wir geben Ihnen gerne Hinweise dazu, wie Sie sich bei der Untersuchung so gut wie möglich entspannen können, um sie für Sie weniger unangenehm zu gestalten.

Darmspiegelung (Koloskopie) mit Gewebeentnahme

Darmspiegelung (Koloskopie) mit Gewebeentnahme

Die Darmspiegelung ist das Standardverfahren zur Diagnose einer Darmkrebserkrankung. Dabei wird ein dünnes, schlauchförmiges Untersuchungsgerät, das Endoskop in Ihren Darm eingeführt und dieser auf seiner ganzen Länge mittels einer kleinen Kamera untersucht. Dadurch können wir Veränderungen in Ihrer Darmschleimhaut erkennen und mithilfe einer kleinen Zange Gewebeproben entnehmen, welche der Pathologe dann auf Veränderungen untersucht. Die Koloskopie ist zur Zeit die genaueste Methode zur Erkennung von Polypen und Tumoren des Dickdarms und wird durch dafür speziell ausgebildete Ärzte in unserem Zentrum durchgeführt. Im Vorfeld der Untersuchung sollten Sie auf den Verzehr bestimmter Lebensmittel verzichten, da diese Ihrem Arzt die Sicht auf die Struktur Ihres Dickdarmes erschweren. Ebenso müssen Sie Ihren Darm am Tag vor der Untersuchung mithilfe einer speziellen Abführlösung entleeren. Wie Sie sich auf die Untersuchung vorbereiten, erklären Ihnen unsere Ärzte einige Tage vor der Untersuchung noch einmal in einem ausführlichen Vorgespräch. Eine Darmspiegelung wird bei uns in den meisten Fällen unter Gabe eines Beruhigungsmittels durchgeführt, welches Sie in einen Dämmerschlaf versetzt. Beachten Sie bitte, dass Sie dann am Tag der Untersuchung nicht mehr selbst Auto fahren dürfen und von einer Begleitperson abgeholt werden müssen.

Ultraschalluntersuchung (Sonographie)

Ultraschalluntersuchung (Sonographie)

Sollte sich nach der Beurteilung der bei der Koloskopie entnommenen Gewebeprobe der Verdacht Darmkrebs bestätigen, untersuchen wir, ob sich der Tumor schon auf andere Organe ausgebreitet hat. Die wichtigste Untersuchung hierfür ist der Ultraschall der Bauchorgane, da sich Tochtergeschwülste von Darmtumoren sog. Metastasen am häufigsten zuerst in der Leber bilden. Bei dieser komplett schmerz- und strahlungsfreien Untersuchung beurteilen wir durch die Bauchdecke hindurch Ihre Bauchorgane (Leber, Nieren, Nebennieren, Milz, Lymphknoten). Sollten sich hierbei Auffälligkeiten ergeben, führen wir in einem nächsten Schritt weiterführende Untersuchungen durch.

Computertomographie (CT)

Computertomographie (CT)

Heutzutage wird meist in Ergänzung zur Ultraschalluntersuchung eine Computertomographie durchgeführt. Hierbei handelt es sich um ein spezielles Röntgenverfahren, bei welchem aus den Röntgensignalen vom Computer Schnittbilder Ihres Körpers errechnet werden. Diese geben uns eine genaue Vorstellung von Lage und Ausdehnung des Tumors sowie möglichen Metastasen.

Blutuntersuchung

Blutuntersuchung

Im Rahmen der körperlichen Untersuchung nehmen wir Ihnen auch Blut ab und analysieren dieses. Dies gibt uns Auskunft über Ihren Allgemeinzustand und darüber, wie Ihre Organe funktionieren. Außerdem können im Blut sog. Tumormarker bestimmt werden. Dies sind Stoffe, welche von Tumorzellen gebildet und dann ins Blut abgegeben werden. Der wichtigste Tumormarker bei Darmkrebs heißt CEA (carcinoembryonales Antigen). Sind die Werte dieses Tumormarkers im Blut erhöht, kann dies auf das Vorliegen einer bösartigen Veränderung im Darm hinweisen. Jedoch haben nicht alle Darmkrebspatienten einen erhöhten CEA-Wert; umgekehrt sind in manchen Fällen auch die CEA-Werte erhöht, ohne dass beim betreffenden Patienten ein Tumorleiden vorliegt. Daher eignet sich die CEA-Bestimmung nicht zur Diagnosestellung, kann aber bei einer regelmäßigen Kontrolle im Rahmen Ihrer Behandlung wichtige Hinweise auf Ihren Krankheitsverlauf geben.

Besondere Untersuchungen beim Rektumtumor

Besondere Untersuchungen beim Rektumtumor

Bei einem Tumor im Mastdarm führen wir noch einige zusätzliche Untersuchungen bei Ihnen durch. Beim Mastdarmkrebs ist es für die Planung der Behandlung besonders wichtig, genau zu wissen, wo der Tumor sitzt und wie weit er in die Darmwand eingewachsen ist.

Die starre Rektoskopie dient der Beurteilung, wie weit genau der Tumor vom Darmausgang entfernt ist. Sie erfolgt mittels eines ca. 20-30 cm langen Endoskops, welches vorsichtig in Ihren Enddarm eingeführt wird. Anders als bei der Koloskopie ist vor dieser Untersuchung keine aufwendige Darmreinigung notwendig, Sie erhalten nur kurz zuvor ein Klistier.

Um feststellen zu können, wie tief der Tumor in Ihre Darmwand eingewachsen ist, führen wir zusätzlich eine Kernspintomographie (MRT) des Beckens durch. Diese Untersuchung ist nicht schmerzhaft und anders als die Computertomographie nicht mit einer Strahlenbelastung verbunden, da hierbei keine Röntgenstrahlung genutzt wird, sondern die Bilder aus dem Verhalten des Körpergewebes in einem starken Magnetfeld berechnet werden. Allerdings empfinden manche Patienten die Untersuchung als beklemmend, da das Untersuchungsgerät wie eine Art Tunnel gebaut ist. Da die Untersuchung in einem Magnetfeld stattfindet, dürfen in den Untersuchungsraum keine Metallgegenstände gelangen. Teilen Sie uns daher bitte unbedingt vor der Untersuchung mit, wenn bei Ihnen ein Herzschrittmacher, eine Insulinpumpe oder auch ein künstliches Gelenk eingesetzt wurde. Wir klären dann individuell ab, ob die Untersuchung bei Ihnen trotzdem erfolgen kann.

Ein kleiner Mastdarmtumor, welcher nur in die Darmschleimhaut eingewachsen ist, kann ggf. auch von innen abgetragen werden, ohne dass eine große Operation notwendig ist. Ob dies bei Ihnen der Fall ist, stellen wir mittels einer Endosonographie (Ultraschalluntersuchung des Mastdarmes) fest, bei der wir einen dünnen Ultraschallkopf in den Mastdarm einführen.

Ihr Aufenthalt bei uns

Wir vereinbaren zunächst einen Sprechstundentermin, um Ihre Befunde zu sichten und Sie zu untersuchen. Gemeinsam mit Ihnen erstellen wir dann einen Behandlungsplan. In einigen Fällen sind noch weiterführende Untersuchungen (z. B. vollständige Darmspiegelung, Computer- oder Kernspintomographie) notwendig, die wir gerne für Sie organisieren.

Sollte bei Ihnen die Diagnose „Darmkrebs“ gestellt worden sein, bitten wir Sie, die folgenden Fragebögen wenn möglich bereits zu Hause auszudrucken und ausgefüllt zum Sprechstundentermin mitzubringen:

  • Fragebogen Ernährungszustand
  • Fragebogen Psychisches Befinden
  • Fragebogen Familiäres Darmkrebsrisiiko

Wenn für Sie eine Operation geplant wird, erläutern wir Ihnen bereits bei diesem ersten Termin das geplante Operationsverfahren. Im Anschluss führen wir eine Blutentnahme durch, um etwaige Mangelzustände (z. B. Eisenmangel) frühzeitig erkennen und dann auch behandeln zu können. Darüber hinaus bekommen Sie von uns Anleitungen, wie Sie sich selbst optimal auf die Operation vorbereiten können (z. B. Übungen zum Atemtraining, einfache krankengymnastische Übungen, Optimierung der Eiweißzufuhr). Wir bitten Sie, diese Empfehlungen konsequent zu befolgen, damit wir ein möglichst gutes Operationsergebnis erzielen können.

Zur Vorbereitung auf die Operation erhalten Sie einen zweiten ambulanten Termin kurz vor der geplanten stationären Aufnahme. Bei diesem Termin werden der Corona-Test sowie ein Vorgespräch mit dem Narkosearzt durchgeführt. Außerdem haben Sie die Gelegenheit, nochmals mit einem Chirurgen Fragen zur Operation zu besprechen.

Vor Darmteilentfernungen ist nach derzeitigem Kenntnisstand die Darmvorbereitung (= Darmentleerung) mit einer Trinkspüllösung ähnlich wie vor einer Darmspiegelung sinnvoll, um die Wahrscheinlichkeit für Wundinfekte und möglicherweise auch Nahtbrüche zu senken. Zusätzlich wird ein Antibiotikum verabreicht, das ausschließlich im Darm verbleibt und ansonsten nicht vom Körper aufgenommen wird. Damit möchten wir die Keimzahl im Darm reduzieren. Die genaue Anleitung zur Darmvorbereitung erhalten Sie bei der Operationsplanung von uns.

Die stationäre Aufnahme erfolgt entweder am Tag vor der Operation oder am Operationstag selbst. Dies ist abhängig vom Ausmaß der Operation, Ihrer Allgemeinsituation (z. B. wichtige Begleiterkrankungen) sowie Ihrem Anfahrtsweg. Falls Sie erst am Operationstag aufgenommen werden, ist es wichtig, dass Sie nüchtern zur Aufnahme kommen (d. h. nicht frühstücken und nichts außer der von uns verordneten Kohlenhydratlösung trinken). Melden Sie sich bitte – wie bei den Sprechstundenterminen auch – an der Pforte an. Von dort werden Sie auf unsere Aufnahmestation geschickt, von wo aus wir Sie dann in den Operationssaal begleiten.

Nach der Operation werden Sie entweder in den Aufwachraum und später auf unsere Normalstation oder direkt auf unsere Wachstation verlegt. Ihr Operateur wird Sie dort besuchen und Ihnen über die Operation berichten. Auf Wunsch informieren wir nach Ende der Operation gerne telefonisch auch Ihre Angehörigen über den Operationsverlauf.

Mobilisation

Mobilisation

Nach Möglichkeit sollten Sie noch am Operationstag mit Unterstützung durch eine Pflegekraft einmal das Bett verlassen oder zumindest an der Bettkante sitzen. Von Seiten der Operation gibt es keine Einschränkungen was Ihre Mobilität angeht, im Gegenteil: Je schneller Sie wieder aufstehen und sich normal bewegen, desto besser und rascher erholen Sie sich wieder. Aus diesem Grund sind die krankengymnastischen Übungen, die wir Ihnen vor der Operation empfohlen haben, besonders wichtig. Wir bitten Sie auch, nach der Operation möglichst bald wieder Ihre eigene Kleidung anzuziehen – dies ist für Ihr Wohlbefinden wesentlich angenehmer als das Tragen eines OP-Hemdes. Den Blasenkatheter, der bei Ihnen für die Operation gelegt wurde, entfernen wir ebenfalls, sobald Sie wieder selbst zur Toilette gehen können.

Schmerztherapie

Schmerztherapie

Besonders wichtig für eine rasche Mobilisierung nach einer Operation ist eine gute Schmerzbehandlung. Wir werden Sie nach der Operation regelmäßig nach Ihren Schmerzen in Ruhe und in Bewegung fragen. Sie erhalten zumindest für die ersten Tage nach der Operation eine Basisschmerzmedikation, d. h. regelmäßig ein mittelstarkes Schmerzmedikament. In vielen Fällen ist dieses bereits ausreichend. Die Basisschmerzmedikation kann jederzeit um ein weiteres stärkeres Schmerzmedikament erweitert werden. Zusätzlich wird durch uns eine Bedarfsmedikation verordnet, die stärkere Schmerzen kurzfristig lindern kann. Diese erhalten Sie auf Anforderung beim Pflegepersonal. Bitte zögern Sie nicht, danach zu fragen: Es ist in jedem Fall besser, vorübergehend Schmerzmittel zu nehmen, als sich aufgrund von Schmerzen nicht ausreichend bewegen zu können.

Kostaufbau und Ernährung

Kostaufbau und Ernährung

Nach Darmoperationen kommt es fast regelhaft vorübergehend zu einer Darmlähmung. Diese kann sich durch Übelkeit, Erbrechen oder Verstopfung äußern. Grundsätzlich ist dies eine normale Reaktion des Körpers auf den chirurgischen Eingriff und bedeutet nicht, dass Komplikationen aufgetreten sind bzw. auftreten werden. Wir sind jedoch bestrebt, diese unangenehmen Symptome möglichst zu vermeiden bzw. in ihrer Dauer zu verkürzen. Daher verabreichen wir ab dem ersten oder zweiten Tag Abführmittel, um Ihren Darm so rasch wie möglich wieder in Gang zu bringen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, dass Sie sich möglichst viel bewegen und möglichst wenig Zeit liegend im Bett verbringen.

Grundsätzlich dürfen Sie unmittelbar nach der Operation wieder Flüssigkeit zu sich nehmen, ab dem folgenden Tag sind Suppe, Joghurt und Weißbrot erlaubt. Wenn Sie dies gut vertragen, erhalten Sie wieder normale Kost. Trinken Sie gerne auch Kaffee, dieser wirkt darmanregend. Häufig bieten wir Ihnen auch Trinknahrung an. Diese enthält alle wichtigen Nährstoffe, Eiweiße und Kalorien. Sie leistet daher einen wichtigen Beitrag zu Ihrer Genesung und ist aus unserer Sicht wie ein Medikament zu betrachten. Wir empfehlen Ihnen daher unbedingt, die Trinknahrung wie empfohlen einzunehmen, auch wenn sie Ihnen vielleicht nicht gut schmeckt. Machen Sie sich bitte keine Sorgen um die Darmnaht, wenn Sie frühzeitig wieder normales Essen erhalten. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Vollkost das Risiko für einen Nahtbruch oder andere Komplikationen erhöht.

Empfehlungen für die Ernährung vor und nach der Operation haben wir hier für Sie hinterlegt:

Psychoonkologie

Psychoonkologie

Eine Tumordiagnose kann auch eine gefestigte Persönlichkeit erschüttern und wirft häufig Sorgen und Fragen nach der Zukunft auf. Daher wird unsere Psychoonkologin Sie im Laufe Ihres stationären Aufenthalts besuchen kommen und Ihnen ihre Unterstützung anbieten. Auch wenn Sie sich nicht stark belastet fühlen, empfehlen wir Ihnen, das Gesprächsangebot anzunehmen. Ähnlich wie bei Sportlern, die ebenfalls Psychologen in ihren Trainerteams haben, können wir Ihnen Strategien vermitteln, mit deren Hilfe Sie Ihre Genesung verbessern und beschleunigen können.

Planung der Entlassung

Planung der Entlassung

Wenn Sie keine Infusionen oder starken Schmerzmedikamente mehr benötigen, normal essen und trinken können und wir ausreichend sicher sind, dass keine Komplikationen mehr auftreten werden, ist eine Entlassung aus medizinischer Sicht möglich. Dies ist üblicherweise ab dem fünften Tag nach der Operation der Fall, variiert jedoch individuell deutlich. Häufig bieten wir Ihnen einen nachstationären Kontrolltermin für die nachfolgende Woche an, da wir gerne sicher sein möchten, dass alles in Ordnung ist und Sie gut zurechtkommen. Selbstverständlich sind wir auch unabhängig von diesem Kontrolltermin jederzeit für Sie erreichbar. Sollten also nach der Entlassung Fragen oder Probleme auftauchen, melden Sie sich bitte telefonisch in unserem Sekretariat oder kommen Sie in die Notaufnahme.

Je nach Tumorstadium, Ihren persönlichen Wünschen und Ihrer häuslichen Situation können wir Ihnen auch eine Anschlussheilbehandlung anbieten. Unser Sozialdienst wird Sie während Ihres stationären Aufenthalts besuchen und Sie entsprechend beraten. Direktverlegungen in eine Rehabilitationseinrichtung sind jedoch häufig schwierig, da die Wartezeiten lang sind. Sollte dies bei Ihnen aus persönlichen Gründen notwendig oder gewünscht sein, sprechen Sie uns bitte so früh wie möglich von sich aus darauf an.

Nachsorge

Auch nach Beendigung Ihrer Tumortherapie bei uns sind wir als Darmkrebszentrum weiterhin für Sie da. Denn die strukturierte Tumornachsorge nimmt für uns einen sehr hohen Stellenwert ein. Ziel der Nachsorge ist es, das Auftreten eines möglichen Tumorrückfalls, eines sog. Rezidivs, das Auftreten eines Zweittumors oder ein Fortschreiten Ihrer Erkrankung frühzeitig zu erkennen. Je früher dies gelingt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, auch ein erneutes Auftreten Ihrer Erkrankung erfolgreich therapieren zu können. Daneben zielt die Tumornachsorge auch darauf ab, Begleit- und Folgeerscheinungen Ihrer Erkrankung festzustellen und zu behandeln sowie Ihnen bei evtl. auftretenden körperlichen, seelischen oder sozialen Problemen zu helfen.

Die Nachsorge richtet sich nach den Empfehlungen der wissenschaftlichen Fachgesellschaften. Da in den ersten fünf Jahren nach der Therapie das Risiko eines Rückfalls am größten ist, sind die Nachsorgepläne auf diesen Zeitraum ausgelegt. Die Frequenz der Nachsorgeuntersuchungen richtet sich dabei nach dem Stadium des bei Ihnen festgestellten Tumors. Beim Vorliegen eines Tumors des UICC I-Stadiums ist laut Leitlinie keine strukturierte Tumornachsorge empfohlen, da diese Tumoren eine geringe Rezidivrate sowie allgemein eine günstigere Prognose als Tumoren der UICC-Stadien II und III aufweisen. Es sollte jedoch nach 1 und nach 5 Jahren eine vollständige Darmspiegelung durchgeführt werden.

Die für die Tumorstadien II und III empfohlenen Nachsorgeuntersuchungen und –frequenzen können Sie der folgenden Abbildung entnehmen:

Nachsorgekalender Stadium UICC II und III – Kolon- und Rektumkarzinom.

Zur Dokumentation Ihrer Nachsorgeuntersuchungen erhalten Sie zum Abschluss Ihrer Behandlung einen Nachsorgekalender. Mit diesem haben Sie Ihre bevorstehenden Termine sowie die Ergebnisse vorangegangener Untersuchungen immer im Blick. Die Nachsorgeuntersuchungen können Sie entweder durch Ihren Hausarzt, Ihren weiterbehandelnden Onkologen oder durch Ihren Gastroenterologen durchführen lassen. Die Spiegelung des Dickdarms bzw. Mastdarms erfolgt jedenfalls durch einen Gastroenterologen.

Wir bitten Sie und Ihre weiterbehandelnden Ärzte, uns die im Rahmen der Nachsorgeuntersuchungen erhobenen Befunde zur Verfügung zu stellen. So können wir die Behandlung Ihrer Erkrankung systematisch und vollständig dokumentieren.